Strom und die Art, eine Reisen zu planen

Nachdem ich nun seit etwa 4 Monaten regelmäßig meine Fahrt zu und von meiner Arbeitsstelle mittels Ampera elektrisch, abgasfrei und fast geräuschlos absolviere, wollte ich nun den Anlass einer Urlaubsfahrt von Wien ins Legoland nach Günzburg verwenden, eine etwas „andere Art“ des Reisens auszuprobieren. Der ursprüngliche Plan war, die etwa 500km Strecke in handlichen Ampera-Stückchen von 60-80km aufzuteilen und mittels 2 Tages-Plan und Zwischendurch-Ampera-Fütterungen die Strecke rein elektrisch zu fahren. Das Veto meines Sohnes hat allerdings eine direkte Tages-Anreise bewirkt:

Erste Etappe (110km davon 47 elektrisch) vom Wohnort südlich von Wien mittels Landstraße und Autobahn nach Ybbs an der Donau. Tolle Ladestation („Wüsterstrom“) direkt an der Donau, verschiedene Stecker, gleich mein neues Typ-2-Kabel ausprobiert.

Ich ärgere mich über den Preis gleich derart, dass ich die falsche Steckernummer eingebe und trotz Korrekturtaste wird nichts refundiert, Strom kommt auch keiner, die ersten 2€ sind futsch. Also nochmal 2€ für 1 Stunde laden (16A/3,7kW ?) investieren, aber wenigstens ist es Strom aus Wasserkraft, hoffe ich zumindest, immerhin gibt es ja hier eine Donau-Staustufe. Ybbs ist eine sehr nette Stadt, die Fußgängerzone im Zentrum gleich ums Eck. Nach einem Besuch im Fahrradmuseum sowie ein Eis während des Stadtbummels sind wir gestärkt für die nächste Etappe.

Zweite Etappe (135km/23 elektrisch) über Autobahn nach Vöcklabruck ins Einkaufzentrum mit Ladestation („vARenergy“). Auch hier ein Typ-2-Stecker (Ich werde hinsichtlich der Sinnhaftigkeit der Anschaffung des 600.- € Kabels immer zuversichtlicher …) der jedoch nicht funktioniert (… oder doch nicht ?).

Durch Anruf bei der angegebenen Hotline wird dies durch eine sehr nette Dame bestätigt, sie Arbeiten an dem Problem, aber ich kann die Schucko-Steckdosen verwenden. Danke ! Also Kabel wegräumen, Ladebox ausräumen und anschließen, piep, grünes Lämpchen, Mahlzeit. Wir machen unsere geplanten Besorgungen und einen kurzen Mittagsimbiss, dann geht’s weiter. Während ich in Ybbs nur einen Rechnungszettel ohne Details bekommen habe, sehe ich bei dieser Ladestation den Appetit meines Ampera’s – sein Mittagessen waren 1,47kWh bei 9,81A und diesmal gratis !

Dritte Etappe (150km/ 2 elektrisch) über Landstraße durch sehr beschauliche Landschaften nach Wasserburg am Inn wo wir eine Park&Charge Box ausprobierten. Hat diesmal ganz problemlos funktioniert, allerdings mit Schucko-Stecker und 10A eine Stunde laden, während wir uns den Ort angesehen haben und herumspaziert sind, bringt halt auch nicht gerade dramatisch viel Reichweite (10km?). Der Ort hat uns sehr gut gefallen, wenn es nicht stark geregnet hätte, wären wir wahrscheinlich länger in einem der netten Gastgärten „hängen geblieben“.

 

Die vierte Etappe (130km/5 elektrisch) haben wir dann auch gleich mit viel Autobahn zum Hotel in Augsburg gelegt, da uns das Unwetter einen Zwischenstopp in München wenig schmackhaft machte.

[Gesamtbilanz genau 518km gefahren, 441km mit 29,2L Benzin-Verbrauch gibt 6,6L/100km, und 77 elektrische km haben 14,0 kWh benötigt – Schnitt 18,2 kWh/100km. War schon besser …]

Im Ringhotel Alpenhof durfte ich an einer Außensteckdose laden, die aber leider nur zwischen 22 und 24 Uhr Strom lieferte. War eine sehr nette Geste, für die morgendliche, elektrische  Fahrt ins Legoland (57km) hat es dann doch nicht gereicht.

Im Legoland gibt es allerdings eine Ladestation wo 2 eAutos gratis Strom tanken können. Die beiden nächsten Tage habe ich diese benutzen können, einfach anstecken (Typ 2 Stecker, …gute Investition !) und funktioniert schon, pieps, Mahlzeit.

Folgende Erfahrungen konnte ich bei meiner Suche nach eTankstellen in Augsburg machen, wobei man dazu sagen muss, dass ich süchtig bin, nur elektrisch zu fahren … :

Eine ganz neue Ladestelle gibt es 200m vom Hotel entfernt (yippie), ganz toll mit allem Schnick-Schnack, allerdings kein Münzeinwurf oder Info über Telefonfreischaltung oder ähnliches, leider nur mit Karte der Augsburger Stadtwerke verwendbar, Schade, bin „hängenden Kopfes“ wieder weggerauscht. [Habe dann im Hotel angeregt, für Gäste eine Karte zu besorgen, was eigentlich die Stadtwerke, wenn sie schon so eine Investition tätigen für umliegende Betriebe automatisch machen könnten, die haben ja ohnehin alle wahrscheinlich einen Vertrag mit den Stadtwerken, oder ?]

Erster Versuch eine „Findung“ im Norden der Stadt, rote Markierung am eParkplatz (bedeutet das etwas ?), Modus 3 Ladestation, Kommunikation startet, aber gelbes Licht, kein Pieps, Anruf bei Firma, sollte eigentlich funktionieren, geht aber nicht, Pech, weiterfahren.
Zweite Adresse im Stadtzentrum, weit und breit keine Ladesäule zu sehen, vielleicht hinter dem Haus (?), wie komme ich dort hin (?), weiterfahren.
Dritte Adresse, Bauarbeiten auf der Straße, alles in Schotter inklusive „Zufahrt gestattet“, ich kann Lage der Ladesäule erahnen, aber es gibt keine Parkplätze (Baufahrzeuge), weiterfahren.
Vierte Adresse, offensichtlich ist die Ladestation in einer Tiefgarage, diese ist aber Sonntag leider geschlossen (!!!), weiterfahren … Mittlerweile bin ich 6km vom Hotel entfernt, also das Auto zum Laden abstellen und zurückspazieren ist eher nicht mehr attraktiv. Resignation und Aufgabe (und Stärkung).

Rückreise am nächsten Tag inklusive eines Besuches im sealife München. Auch hier wäre es leicht durch die „Pause“ die Batterie wieder anzufüllen, jedoch wurden einige der wenigen vorhandenen Möglichkeiten zum Laden in München durch die Öffnungszeiten (es war Sonntag) oder dem Fehlen eines Vertrages mit den Stadtwerken München „eliminiert“. Eine Ladestation die halbwegs in der Nähe lag, bei der mein neues Kabel funktionieren sollte, war mir dann aber zu suspekt, nämlich am LKW-Parkplatz eines Autovermieters (?) … Also dann doch direkte Fahrt weiter zum Olympiapark, mal schnell 4€ dort für das Parken im Freien abgelegt und die Frage nach einer eTankstelle gestellt … wurde mit „interessante Frage“ beantwortet … Olympiapark bitteschön !?

Das Museum war recht nett, aber mein Sohn und ich waren dann eigentlich schon mit den Gedanken beim nächsten Projekt, wir fuhren dann zurück nach Österreich in Richtung Großglockner, aber das ist eine andere Geschichte …

[Ich hoffe sehr, dass sich in den nächsten Jahren hinsichtlich Infrastruktur einiges noch verändern wird, aktuell sind wir jetzt eben wirklich die „early adopters“ die in ihr Hobby investieren, Briefmarken kosten ja auch eine Menge Geld …]

Fortsetzung folgt …

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