Norwegen, das Paradies für Elektroautos …

… sagt man.

Aufgrund von Steuererleichterungen (keine MWSt und keine NoVA-ähnliche Steuer) sind Elektroautos dort sehr günstig in der Anschaffung. Des weiteren sind sie teilweise von Parkgebühren sowie Straßen-, Tunnel- und/oder Fähren-Gebühren befreit. Kein Wunder also, dass die Zulassungszahlen ganz anders aussehen, als im Rest von Europa. Beispielsweise wurden im März 2014 1493 Tesla Model S angemeldet und das waren mehr als 10% der Neuanmeldungen in diesem Monat !

Wie sieht das in der Praxis aus ? Hier nun einige Bilder und Erfahrungen aufgrund unseres Norwegen-Urlaubs.

In Städten sieht man ununterbrochen Elektroautos ! In Oslo tagsüber gefühlt/geschätzt etwa jede 3. Minute einen Nissan Leaf und jede 10.Minute ein Tesla Model S. Dazwischen sieht man alle anderen Modelle mit etwa gleicher Häufigkeit. Das kann durchaus irritierend sein, wenn man die diesbezügliche Begeisterung nicht „im Zaum halten“ kann. Der „Rest“ von Norwegen ist auch sehr schön ! 😉

Der „ersten Kontakt“ mit einer Ladestation ergab sich in Oslo. Wie auf den Bildern zu sehen ist, teilen sich ein (surprise, surprise) Leaf und ein MS eine typische Installation mit 2 Schuko-Steckdosen. Dies ist meines Erachtens der am weitesten verbreitete Ladestationstypus. Die zugehörige Parktafel erlaubte hier das Laden bis zu 3 Stunden, wobei die Ankunftszeit mit einer Parkuhr im Auto angezeigt wird. Bei anderer Gelegenheit wurde mir verraten, dass es „kein Problem“ darstellt, nach 3 Stunden wieder zu kommen und die Parkuhr weiter zu drehen … 😉

Später entdeckte ich dann am Hafen einen „Spezialparkplatz“ für Elektroautos, ich war ganz „aus dem Häuschen„. Etwa 30 Parkplätze mit dazwischen zweifach Schuko-Ladesäulen ließen meinen Puls in die Höhe gehen. Ladezeit: erlaubte 16 Stunden. Die Show der Fahrzeuge umfasste alle gängigen Typen inklusive eines Fiat 500 !

In Trondheim, einer sehr netten, kleineren Stadt mit „hohem Studentenanteil“ hatte ich dann das ultimative Tesla Erlebnis. Nach dem morgendlichen Verlassen des Hotels sah ich 4 Model S innerhalb von 20 Minuten inklusive eines cool aussehenden, matt-grau folierten Tesla-Taxis. Andere Typen entdeckte ich eher parkend … „Ah, ein Leaf“ … „Du, schau mal auf die andere Straßenseite“ … 😉

Natürlich gibt es in Norwegen eine Schnelllade-Infrastruktur (MAP), beispielsweise lag auf unserer Route eine moderne Dreifach-Station in Norheimsund mit „1 Type 2 (Hurtig AC). 1 CHAdeMO (Hurtig DC),1 Combo (Hurtig DC)“ aber auch hier haben wir dann über Nacht auch nur mit Schuko-Stecker im Hotel geladen. Okay, wir hatten natürlich mit unserem Fahrzeug einen „Reichweiten-Vorteil“ … Lustig fand ich die Anzeige bei halb vollem Akku: Noch 18+ Stunden …

Durch Zufall haben wir beim Besuch in Bergen eine super Lade- und Parkmöglichkeit gleich am Hafen entdeckt [hinter dem Thon Hotel Bergen Brygge (Bradbenken 3) – Pssst !]. Da sieht man wieder die Vorteile von Elektroautos in Norwegen: (1) Einen Parkplatz im Zentrum gefunden, (2) keine Parkgebühr ist zu bezahlen, sowie (3) man kann den Akku mit Schuko-Steckdose (etwas) aufladen !

Ach ja, hier hatte ich auch meine zweite Ampera-Sichtung nach 10 Tage Norwegen. Der erste Ampera, in rot, ist uns bei den Lofoten auf der Straße entgegen gekommen … Dieser hier, in silber, hatte eine ziemlich coole VIN (… DU103000), ich habe mich dann aber nicht getraut, die Fahrerin anzusprechen …

Wieder die gleiche Schuko-Ladestation begegnete uns auch direkt vor dem Hotel in Grimstad. Während alle bisherigen einfach zu öffnen waren, musste diese erst mit einer im Hotel erhältlichen Karte entsperrt werden, damit man sie verwenden konnte.

Hier hatte ich auch folgendes, witziges Erlebnis: Abends im Hotel in Grimstad habe ich nach mehreren Wochen wieder einmal die Opel Ampera-Facebook-Seite angesehen. Mir ist ein Bild aufgefallen, das mich sehr an Norwegen erinnert hat. Der user hat es dann auch mit „Lysefjord in Norway“ beschrieben. Neugierig (Urlaub mit Ampera ?) habe ich den user angeklickt und entdeckt … wohnhaft in Grimstad !!! Das ist ein „Zeichen„, dachte ich mir und verschickte sofort eine Freundschaftsanfrage und wartete gespannt auf Antwort. Nächsten Vormittag haben wir einen Ausflug in die Umgebung gemacht und sind dann später zu einem Einkaufzentrum spaziert. Dort haben wir dann am Parkplatz einen Opel Ampera inklusive Fahrer entdeckt und ich bin natürlich gleich, ganz aufgeregt hin und habe ihn (probeweise) als David angesprochen. Tatsächlich war er jener welcher aus Facebook … Es stellte sich heraus, dass er für Opel arbeitet und für Ampera zuständig ist … „small small world“  … zufälliges Treffen trotz mehr als 20.000 Einwohner in Grimstad !!!  😉

Abschließend noch zwei Bilder einer Seitengasse in Kristiansand mit 9 (!) parkenden Elektroautos. Eine ganz normale Szene in Norwegen   🙂

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2 Gedanken zu “Norwegen, das Paradies für Elektroautos …

  1. Das hört sich toll an und bestätigt unsere Entscheidung mit unserem i3 im Sommer 2015 nach Norwegen zu fahren. Aber eine Frage haben wir noch nicht gelöst: wie sieht es mit Zugangskarten für die Ladestationen aus? Ist es frei? Bzw. wo und wie besorgt man sich die eine, die vielen? Eine Antwort dazu wäre nett!

    • Kann ich leider nicht viel helfen, wir haben, da mit Tesla unterwegs, die Route primär mit Supercharger geplant.
      Sonst gab es in einem Hotel in der Garage eine Steckdose, vor einem anderen Hotel eine öffentliche Ladestation, wo die Zugangskarte im Hotel ausgeborgt werden konnte. Wir haben das jeweils im Voraus bei der Buchung per e-mail geklärt. Ein paar öffentliche Ladestationen waren ohne Karte verwendbar. Ich hatte auf goingelectric.de einige Norweger angeschrieben aber keine Antwort bekommen …

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