Teslamoments (2)

Nach dem Motto „Pimp up my holydays“ haben wir bei unserem Norwegen-Urlaub einige Tage ein Tesla Model S gemietet („Go Green – AVIS“). Natürlich ist Norwegen so schon ein faszinierendes Reiseland aber die Kombination mit emissionsloser Fortbewegung erschien uns erstens erstrebenswert und zweitens auch ziemlich „passend“.

Die Bestellung im Vorfeld der Reise erwies sich als unmöglich, mehrere Versuche über Webseite, e-Mail und Hotline das gewünschte Fahrzeug zu reservieren, schlugen fehl. Besonders erwähnenswert finde ich die Aussage einer Mitarbeiterin der europäischen AVIS-Hotline: „Nein, Avis hat in Norwegen keine Elektroautos im Programm …“ und nach meinem Hinweis auf deren Webseite … „Das ist veraltert …“ !? Wir haben ihn dann am Flughafen Oslo beim AVIS Schalter direkt reserviert und 1 Woche später abgeholt 🙂

Beim Abholen am Oslo Airport Gardermoen gab es dann gleich das „2.Problem„, der Akku war nur zur Hälfte gefüllt (267km) also auch dort hat sich scheinbar die Funktionsweise eines Elektroautos noch nicht komplett herumgesprochen. Das erste Ziel war mit 185km Entfernung bedenklich nahe am Limit und damit hatten wir bei unbekanntem Fahrzeug, Straße und Wetter gleich zu Beginn eine Herausforderung. Aber durch Erfahrung im sparsamen Umgang mit 10kWh-Ampera-Akkugröße (Seufz !) habe ich die noch vorhandenen ~40kW ziemlich gut nützen können und bin mit 42km Restreichweite beim Supercharger in Gol angekommen. Und da sieht man gleich auf welchem „Niveau“ wir uns mit dem Tesla, hier war es ein 85er (~60kWh im Normalmodus verfügbar) befinden. Bei 42km Restreichweite ist der Akku im Ampera meist noch 2/3 voll, im Tesla 1/10 !!! Nach der Vollladung am Supercharger, was weniger als 1 1/2 h gedauert hat, wurden 495km Reichweite (in Worten: vierhundertfünfundneunzig km) angezeigt !!! Hier wäre eigentlich 1 Minute Gedenkpause sinnvoll, damit die Information richtig „einsickern“ kann. Leider geht das bei einem Blog nicht … 😉

Die Supercharger sind auch so eine Sache, das muss man einmal erlebt haben. Man parkt rücklings ein, steigt aus, nimmt das Kabel von der Charger-Station, nähert sich mit dem Stecker dem Fahrzeug und es springt automatisch die Ladeklappe am Fahrzeug auf um die Steckdose frei zu geben. Man steckt dann ein, drei Lämpchen neben der Steckdose beginnen zu Blinken und gehen nach 5 Sekunden in ein grünes Leuchten über, was den gestarteten Ladevorgang anzeigt. Kein Deckel-auf Knopf-Drücken, kein Ladekabel aus dem Kofferraum holen, kein Kabelsalat entwirren, kein passende-Ladekarte-raussuchen und Säule freischalten  … Wenn man noch weiter beeindruckt sein möchte (bzw. als Opel Ampera-Fahrer eher frustriert) kann man im Fahrzeug den Ladevorgang beobachten und mitzählen, wie im 5-Sekundentakt die Reichweiten-Kilometer hinauf gezählt werden. Anfänglich konnte ich 265A (in Worten: zweihundertfünfundsechzig Ampere) Ladestrom beobachten, im Vergleich zu meinen 16A ein Faktor von …, Seufz !

Wir waren etwa 2h in Gol und 2 andere MS waren am Ende auch angesteckt. Alle Fahrer haben sich zur Begrüßung zugenickt und gelächelt, auch während der Fahrt habe ich oft beobachtet (und dann auch mitgemacht), wie sich MS-Fahrer mit Winken grüßen. Offensichtlich gibt es trotz der vielen Tesla-Zulassungen in Norwegen (bisher etwa 5300) ein gewisses „Zusammengehörigkeitsgefühl“.

Folgende Supercharger durften wir besuchen:

Gol (Heradvegen 5) – 8 Ladestationen mit 8 Parkplätze (und mächtige Kühlaggregate) bei Tankstelle mit Schnellimbiss (KRO/Jafs, offen 11-22Uhr), in 10 Minuten Gehweite Ortszentrum mit Bäckerei/Restaurant und Einkaufsmöglichkeiten.

Aurland (Nyheim) – 4 Ladestationen mit 4 Parkplätze bei Tankstelle mit Restaurant (Sognaporten) und toller Landschaft (Tolle Fjorde und Stadt Bergen in der Nähe).

Vinje (Vinjevegen 159) – 8 Ladestationen mit 8 Parkplätze mit Restaurant (heimat.no) und toller Landschaft. „Lustig“ hier ist, dass teilweise noch die schwarzen Reste der alten Parkplatz-Bodenmarkierung zu sehen sind und die Verbrenner sich trotz Hinweisschild ziemlich blöd direkt vor die Supercharger-Parkplätze stellen …

Sundebru (Gnr 3 Bnr 318 Brokelandsheia) – 6 Ladestationen mit 8 Parkplätze mit Restaurant (heimat.no), Hotel, Eurospar (!) sowie toller Landschaft.

Drammen (Lier, E18 Süd) – 7 Ladestationen mit 8 Parkplätze hinter Tankstelle mit Schnellimbiss (Marché).

Lange habe ich es vermieden, einen Tesla Probe zu fahren.
Ich hatte gute Gründe dafür, ich wollte die „Willhaben“-Virusinfektion vermeiden.
Zu spät … jetzt hat es mich auch erwischt …

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2 Gedanken zu “Teslamoments (2)

    • Ja, das ist mir hinterher auch aufgefallen, aber da war es schon zu spät. Momentan einzige Therapie ist das Fokussieren auf ein störendes, surrendes Motorgeräusch zwischen 85 und 95 km/h … 😉

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