Quo vadis – Elektromobilität (Teil 2)

Ich bin neuerdings öfters im Osten Niederösterreichs und speziell im Winter wird es manchmal sehr knapp mit der elektrischen Reichweite meines Ampera’s um von unserem Wiener Domizil zu dem angestrebten Ziel in der Nähe von Gänserndorf (52km) zu kommen. Daher habe ich mir aktuell die dortige Ladesituation mit Hilfe des Verzeichnisses von goingelectric.de angesehen. Ideal scheint, einen Einkauf bei Hofer/Interspar/Billa mit etwas Stromnachladen zu kombinieren. 3 Möglichkeiten bieten sich diesbezüglich in der Nähe an:

(1) VW – Auto Wiesinger

Eine tolle Ladestation mit Typ-2 Steckdose und CC-Kabel, allerdings mit Zettel „keine öffentliche Ladestation“ beschriftet. Obwohl Station frei war, wurde mir nicht erlaubt, für ~1/2 Stunde (~2kW / ~40Cent) während dem Einkauf nachzuladen. Der Standortleiter (?) nach dem ich gefragt hatte, hat sich nicht einmal herabgelassen mit mir persönlich zu sprechen, sondern hat mir ein „Nein“ ausrichten lassen. Der VW elektro-Golf Prospekt, den ich mir 3 Tage vorher bei der Messe besorgt hatte verliert mit derartiger Freundlichkeit plötzlich sehr an Bedeutung.

(2) ÖAMTC

Eine Ladestation des vorigen Jahrhunderts, funktioniert nach Angaben des goingelectric-Verzeichnisses ohnehin nicht, aber auch hier die Aufschrift „Exklusiv für Mitglieder“. Ich probier’s gleich garnicht.

(3) Renault Lauer

Eine tankE-Ladebox mit Typ-2 Steckdose, gerade in Verwendung. Der Werkstättenleiter kommt persönlich zu einem Gespräch und erläutert die Situation. Sie brauchen während der Betriebszeiten die Station zum Aufladen den Kundenfahrzeuge, daher ist sie fast immer besetzt. Aber am Wochenende bzw. außerhalb der Öffnungszeiten könnte ich immer Laden. Hilft mir zwar aktuell nicht weiter, aber war sehr freundlich und die Argumente angesichts der Zoe-Zulassungszahlen nachvollziehbar.

Trotzdem … Quo vadis ?

Quo vadis – Elektromobilität (Teil 1)

Ich habe jetzt meinen Ampera fast 5 Jahre. 2012 habe ich ihn bei der Automesse in Wien kennengelernt und probegefahren und es war um mich geschehen. Aber das ist eine andere Geschichte … Ich mache mir zuletzt sehr oft Gedanken, wie sich die Elektromobilität in diesen 5 Jahren entwickelt hat. diesbezügliche Erfahrungen möchte ich hier festhalten …

Automesse 2017. Ich mache den Fehler mit dem Auto anzureisen, ja eh …. Praterstern – Parkgarage 30 Minuten. In der Garage (Parkhaus D, 1800-Platz-Garage mit 8 eParkplätzen) alle eParkplätze frei, mit 2km Restreichweite angesteckt und gefreut. War auch noch ziemlich früh (9 Uhr) und das Parkhaus generell kaum besetzt. Mittags beim Zurückkommen hat es dann schon anders ausgesehen, Parkhaus noch 1/3 leer aber 6 der 8 eParkplätze wieder von Benziner/Diesel besetzt. Wie war das 2012 ? Hat sich da etwas verbessert ?

Quo vadis ?

Wie es einem so geht … (3)

Eigentlich wurde diese „Serie“ mit einem anderen Thema begonnen, aber ich hatte heuer ein Erlebnis, das eigentlich auch gut zu diesem Titel passt …

Anfang März bekam die Wiener Süd-Ost-Tangente auf der Praterbrücke einige Modifikationen, da die dringend notwendige Sanierung im vollen Betrieb ablaufen sollte. Die meist 4-spurige Strecke wurde zur Hälfte auf neu konstruierte Brücken umgeleitet, was bei vielen Fahrern zu Verwirrungen geführt hat. In der Anfangsphase dieser Umleitungen kam es durch grundlose, aber panikartige Spuränderungen zu einigen Unfällen, die auch in der Presse entsprechend erwähnt wurden. Mich hat es leider auch erwischt !

Zeitungsartikel

Zeitungsartikel

Ich fuhr Richtung Süden auf der dritten Spur, rechts die erste und zweite Spur wurde über einen Fahrbahnteiler rechts abgeleitet. Der Lenker eines in der 2.Spur stehenden (!) Fahrzeuges (Chrysler Voyager) wollte dann offensichtlich doch noch in meine Spur, startete den linken Blicker und fuhr etwa 10m vor mir (über eine Sperrlinie) in meine Fahrspur. Ich machte eine Vollbremsung, konnte nicht nach links (in die 4.Fahrspur) ausweichen, da ein neben mir fahrendes Fahrzeug aufgrund der Aktion ebenfalls eine Vollbremsung machte, es ging sich nicht aus und ich fuhr dem Van in die Seite.

Unfall auf der Tangente bedeutet Stau und das ist sehr unangenehm. Ich einigte mich schnell mit dem Fahrer des Van, dass wir zu der Tankstelle bei der Abfahrt St.Marx fahren um dort alles weitere zu besprechen. Im Tankstellen-Bistro tauschten wir unsere Daten, füllten einen Unfallbericht aus und fotografierten unsere Schäden.

Ich informierte meine Versicherung und 1 Woche später stellte ich mein Auto zu meiner Opel-Werkstätte zwecks Besichtigung und Reparatur. Es vergingen weitere 2 Wochen, wo wir auf die Freigabe der „gegnerischen“ Haftpflicht-Versicherung warteten, denn auch bei Opel waren alle der Meinung, dass der Fahrer des Vans am Unfall Schuld sei. Erst nach mehrmaliger Urgenz bekam ich erklärende Informationen von der Versicherung:

Und das muss man sich jetzt einmal vorstellen: Die Versicherung verweigert die Zahlung, denn der Kunde sagt, die Details im Unfallbericht sind gelogen, er hätte den Bericht „in guten Glauben“ unterschrieben, nicht gelesen, da er seine Lesebrille „nicht mit“ hatte und im Tankstellen-Bistro schlechtes Licht gewesen wäre (!). Er sagt, er wäre ganz normal auf seinem Fahrstreifen gefahren und ich hätte die Spur gewechselt und bin ihm dabei in die Seite gefahren.

Ich brauche da wohl nicht viel kommentieren. Schlechtes Licht im Bistro ist lachhaft. Er hat verschwiegen, dass ich mir von meiner Freundin eine Lesebrille ausgeborgt habe, um die Details auf seiner Führerscheinkarte lesen zu können, also stand sehr wohl eine zur Verfügung. Und bitte, kennt ihr schon den „toten Winkel“ rechts vorne ? Ich auch nicht, aber nach seiner Schilderung habe ich ja beim Spurwechsel sein Fahrzeug rechts vorne nicht gesehen, oder wie ?

Aber so ist das heutzutage. Die Versicherung zahlt einfach nicht, obwohl der Klient eigentlich den Unfallbericht unterzeichnet hat, der die Schuldfrage belegt. Ich kann nun eine Zivilklage einreichen. Na, ihr wisst, was das bedeutet … kann ich mir natürlich nicht leisten. Am meisten ärgert es mich, dass ich als Lügner hingestellt werde. Da ist so ein Arschloch unterwegs, verursacht einen Unfall und behauptet dann auch noch das Gegenteil.

Konsequenzen für mich (und Ratschlag für euch):

(1) Abschluss einer Rechtschutzversicherung (in der Zwischenzeit schon geschehen)

(2) Falls ich wieder einmal einen Unfall haben sollte, lasse ich die Polizei kommen, die den Sachverhalt genau aufzeichnet. Da ist es mir dann egal, ob ich einen Superstau auf der Tangente verursache, bedanken können sich dann alle bei den Arschlöchern dieser Welt …

Wie es einem so geht … (2)

Im April gab es eine große Pressekonferenz Anfang August (4 Monate später) funktioniert es noch immer nicht:

Herbert Hämmerle (5.8.2014): Test TANKE (Wien Energie)-RFID bei VLOTTE Bregenz VKW Weidach: negativ
Die Säule hat zwar mittlerweile eine Intercharge-ID aber das innerösterreichische Roaming ist noch nicht aktiv.

LINK

hh

to be continued

Leitprojekt: Wienerwald am Strom der Zeit

Update 07.2014: Facebook-Seite

05.2014: Das vorrangige Ziel des Projekts „Wienerwald am Strom der Zeit“ besteht darin, das Thema Elektromobilität im Wienerwald weiter zu etablieren. Es sollen Urlaubspakete entwickelt werden, welche die Nutzung von Elektrofahrzeugen während des Aufenthalts der Gäste in der Region inkludieren. Dadurch ist Elektromobilität im Wienerwald präsent.

Ziel: Den Gästen die Möglichkeit geboten, die Fahrzeuge im Rahmen ihrer Urlaubsaktivitäten zu testen und sich somit ein eigenes Bild über diese alternative Mobilitätsform zu machen. Zusätzlich soll ein jährlich wieder kehrender Event rund um die Elektromobilität entwickelt werden.

Zeitplan: 01.2014 – 10.2014

LINK zu Details

Mir gefällt dieses Projekt außerordentlich, da ich ja auch sehr gerne Wandern gehe und die Anreise zu diesen Zielen immer „artgerecht“ (sprich „e-mobil“) erfolgt und vor Ort auch „fleißig“ nachgeladen wird ….  🙂

Ich werde das Projekt weiter beobachten !

Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb

Ein Hybridfahrzeug ist nach UNO-Definition ein Fahrzeug, in dem mindestens zwei Energieumwandler und zwei im Fahrzeug eingebaute Energiespeichersysteme vorhanden sind, um das Fahrzeug anzutreiben. (Wikipedia)
Da wird so einiges „in einen Topf“ geworfen und verwechselt, so das bei vielen Gesprächen und Diskussionen die Leute eigentlich „aneinander vorbei reden“. Folgende Abbildung sollte Grundlage sein, wenn man über verschiedene Konzepte und Kombinationen mit Elektroantrieb spricht:

Schema-Antriebe

Von Seite eines Elektroauto-Begeisterten betrachtet, sind viele neue Hybrid-Fahrzeuge, inklusive der Werbeauftritte einiger Hersteller um noch auf den „Hybrid-Zug aufzuspringen“, nur peinlich. Da ich deshalb die hier monatlich veröffentlichte Zulassungsstatistik für „Hybridfahrzeuge“ ab nun in dieser Form nicht mehr fortsetzten möchte, habe ich hier eine exemplarische Zusammenstellung (Stand April 2014) geschrieben, die mein Statement im vorigen Satz untermauern soll. An anderer Stelle werde ich nur mehr die Zulassungsstatistik der Kategorie H (PHEV, RE-EV) weiterführen.

Von Audi wurden hier 20 Stück Q5 hybrid quattro zugelassen. Die Webseite beschreibt diesen nächsten „…großer Schritt auf dem Weg zur emissionsfreien Elektro-Mobilitätso: „… So können Sie beispielsweise im Modus EV in gesteigertem Maß rein elektrisch fahren. Bis zu 100 km/h, und das nahezu geräuschlos – ein absolut neues Fahrgefühl! Bei konstant 60 km/h kann so eine Reichweite von bis zu 3 km erzielt werden. Damit ist der Q5 hybrid quattro so geschwindigkeits- und reichweitenstark wie kaum ein anderes Voll-Hybrid-Fahrzeug„. Das muss man sich einmal auf der „Zunge zergehen“ lassen. Mit 60km/h kann man 3km rein elektrisch fahren ! Jeaaahhh ! Aber es geht noch besser, in „gesteigertem Maß“  ! Man kann nämlich bis 100km/h rein elektrisch fahren ! Jeaaahhh ! Vermutlich geht das dann nur mehr 1,5km, aber immerhin, diese 1,5km fährt man mit einem „… Hybrid, den wir mit dem entscheidenden Etwas ausgerüstet haben: Vorsprung durch Technik  “ – Na ob das wirklich so ein „großer Schritt auf dem Weg zur emissionsfreien Elektro-Mobilität“ ist ? Ich finde, die Firma macht sich mit solchen Aussagen nur lächerlich.

Von Citroen wurden (relativ erfolgreich) 117 Stück DS5 Hybrid4 zugelassen. Im ZEV-Modus kann man bis 55km/h emissionsfrei fahren (Höchstgeschwindigkeit 211km/h). Leistung Dieselmotor 120kW, Elektromotor 27kW … man erkennt klar, wo der „Schwerpunkt“ liegt.

Auch bei den 1239 zugelassenen Honda Hybrid-Fahrzeugen geht es natürlich primär um die Reduktion des Treibstoff-Verbrauchs. Früher gab es die Modelle Civic, Insight und CR-V als Hybride, aktuell offensichtlich nur mehr Jazz mit dem entsprechenden Motorkonzept Benzin 65kW – Elektro 10kW.

Lexus – der „Hybrid-Vorreiter“, da in Österreich 2005 die ersten RX-Modelle als Hybride auf den Markt kamen –  bietet 5 Serien an, die alle mit Vollhybridmotoren ausgestattet werden können. Die technischen Spezifikationen sind meines Erachtens schon sehr interessant, da die Elektromotoren durchaus prominent eingebunden sind, letztendlich fallen aber doch Emissionen an … 😦

Bei Mercedes gibt es hier in Ö aktuell den E 300 BlueTEC HYBRID (56 Zulassungen) mit 150kW Diesel und 20kW Elektro sowie den S 400 HYBRID (20 Stück) mit 225kW Motor und 20kW Elektro, diese Kombinationen erlaubt auch hier: “ … Innovativer Antrieb für eine emissionsfreie Zukunft. Ein Hybridantrieb ist eine echte Alternative und der richtige Schritt in eine Zukunft des emissionsfreien Fahrens “ 20kW Elektro … Alles klar ?

Von Peugeot gibt es die Modelle 3008 (164 Stück) und 508 (207 Stück) mit dem gleichen Hybridantrieb wie bei Citroen (120:20kW) … siehe oben.

Immerhin hat auch Porsche mit dem Cayenne S Hybrid (70 Zulassungen) als Vollhybrid (245kW Benzin + 35kW Elektro !) und dem Panamera S E-Hybrid (245kW Benzin + 70kW Elektro ) mit dem man immerhin 36km rein elektrisch fahren kann, etwas im Programm. Wenn man auf der Webseite auf die e-mobility-Taste drückt erfährt man: „… mit Porsche E-Mobility geben wir Antworten. Nicht irgendwann, sondern heute “ oder doch noch nicht heute (?), denn 2 Zeilen später „… mit einem durchdachten Konzept. Machen wir uns auf den Weg. Richtung Zukunft „. 😉

Der große Hybrid-Gewinner ist eindeutig Toyota, wo das Treibstoffsparen glaubhaft zur Markenstrategie und vom Kunden akzeptiert wurde. Mit 6835 Zulassungen der Hybrid-Leader in Österreich. Details wie „… bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h und einer Strecke von bis zu 1,5 km kann rein elektrisch gefahren werden …“ oder vom Plug-In-Prius „… rein elektrisch … 100 km/h Höchstgeschwindigkeit und hat eine Reichweite von 20 km …“ zeigen die Auris-, Prius- und Yaris-Hybrid-Fahrzeuge als repräsentative Vertreter dieser Fahrzeugkategorie und weisen weniger in Richtung Elektromobilität.

Von Volvo werden zuletzt immer mehr V60 D6 Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge verkauft (62 Zulassungen), deren Antrieb einen 158kW Dieselmotor mit einem 50kW Elektromotor verknüpft. Emissionsfrei sind daher bis zu 50km mit 125km/h Höchstgeschwindigkeit möglich, welches schon für mich die Grenze zu den Fahrzeugen mit „Reichweitenverlängerung“ darstellt. Der Preis beginnend bei 57.520 € ist aber schon eine Herausforderung für den Alltag …

Natürlich gibt es noch andere Anbieter aber ich möchte hier einmal mit der März 2014 Statistik abschließen.